„Der Kuchen ist groß genug“

„Der Kuchen ist groß genug“

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  • 1. Februar 2015

Gestern am späten Nachmittag ruft mich ein Freund an, der sich gerade ebenfalls in die Selbständigkeit begibt, um mir eine recht typische Story zu erzählen: Sein ehemaliger Chef rief ihn an. Sie hatten sich nach seinem Ausscheiden gar nicht mehr gehört. 

So hatte er sich über den Anruf gefreut. Nach 15 Minuten Gratulation zu seinem mutigen Schritt in die Existenzgründung, kam sein Ex-Boss recht unverblümt zu dem eigentlichen Grund seines Anrufs. Er bat ihn darum, seine Kunden nicht auf seine Dienste anzusprechen. Dieser Satz hatte dem gesamten – anscheinend sehr netten Telefonverlauf – auf Anhieb eine seltsame Note verpasst. Ich frage mich:

Wie sinnvoll ist diese Aussage?

Eigentlich dachte sich mein Kumpel, hat es dieser Mann nicht nötig, ehemalige Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen, dass sie die Finger von seinen Kunden lassen. Ich schätze, dieser von ihm sehr geschätzte Mann hat nicht viel über diesen Satz nachgedacht.

  1. Würde mein Kumpel das vorhaben, wäre er jetzt, nach diesem Satz, noch motivierter
  2. Hätte er es nicht vor, hätte sein ehemaliger Chef ihn damit auf die Idee gebracht
  3. Hätte er es nicht vor und würde es auch nicht vorhaben, bleibt ein komischer Nachgeschmack

Ich möchte hiermit allen Unternehmern, die mit verständlichen unternehmerischen Ängsten leben, sagen: „DER KUCHEN IST GROß GENUG“! Ihr müsst nicht Bestandsschutz betreiben. Wenn Eure Kunde zufrieden sind, müsst Ihr auch nicht solche Anrufe starten. Denn dann würden sie nie auf die Idee kommen, einen anderen Dienstleister in Erwägung zu ziehen.

Guter Job = Glückliche Kunden = tolle und glückliche Kollegen.

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