Ikea: So sieht eine kreative Search-Kampagne aus!

Ikea: So sieht eine kreative Search-Kampagne aus!

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  • 17. Januar 2017

Alter Schwede! Ikea ist für seine außergewöhnlichen Werbekampagnen bekannt. Aktuell nutzt das schwedische Möbelhaus ausgefallene Google-Suchanfragen rund um Beziehungs- und Familienanfragen für seine Produkte. Wer in Schweden derzeit zum Beispiel nach einer Lösung für das Schnarchen des Partners googelt, erhält als Vorschlag das Ikea Gästebett Hemnes.

Die schwedische Agentur Åkestam Holst hat das vergangene Jahr mit dem schwedischen Möbelriesen verbracht, um den Familien- und Beziehungsalltag in allen seinen Schattierungen zu erforschen – von der Beziehungs-Langlebigkeit bis zur Scheidung oder zuletzt eine schwierige Vater-Tochter-Beziehung. Aber während diese Anzeigen eher subtil blieben, nimmt die Agentur bei der aktuellen Kampagne kein Blatt vor den Mund. Wie das amerikanische Marketingmagazin „Adweek“ berichtet, setzt die sogenannte „Retail Therapy“ Ikeas „Wo das Leben passiert“-Kampagne mit einer Reihe von Produktumbenennungen in die Tat um. Vom Doppelbett bis hin zum Schraubenzieher, die aktuellen Namen 100 beliebter Produkte beziehen sich auf schwedische Google-Recherchen. Die Strategie des Konzerns ist es, möglichst nah am Leben der Menschen zu sein und für Alltagsprobleme einfache Lösungen zu bieten.

Google-Ergebnisse mit Überraschungseffekt: Ikea-Tools für jede Lebenslage

Bei dieser kreativen Search-Kampagne handelt es sich nicht um irgendwelche Suchanfragen. Jede bezieht sich auf ein Beziehungsproblem und ist an ein Produkt gebunden, das es angeblich lösen kann. Indem die Kampagne besonders häufig gegoogelte Suchbegriffe für seine Produktnamen aufgreift, geht sie damit unmittelbar auf die Bedürfnisse des Users und potenziellen Neukunden ein – eine zentrale SEO-Strategie. Da das Suchergebnis, also das jeweilige Ikea-Produkt, inhaltlich lediglich durch seinen Namen mit der Suchanfrage in Verbindung steht, ist ein organisches Ranking eher unwahrscheinlich. Dementsprechend nimmt Ikea für seine Kampagne Geld in die Hand und setzt auf Google Adwords, um in den Suchergebnissen ganz oben zu erscheinen. Ein cleverer Schachzug für mehr Aufmerksamkeit von neuen Zielgruppen.

Familientherapie im Möbelhaus

Darunter sind zahlreiche Vorschläge mit Schmunzeleffekt. So führt die Google-Suche „Meine Tochter ist die ganze Nacht aus“, User zu einer Discokugel. Wer „Mein Partner ärgert mich“ googelt, dem wird ein Doppel-Schreibtisch mit einer Trennwand vorgeschlagen. Und wenn es an Anziehung in der Beziehung mangelt, sollen angeblich Magneten helfen.

Ein Highlight ist auch das Königinkostüm unter dem Namen: „Meine Familie respektiert mich nicht“. Ein Produkt, das man wohl eher selten auf Anhieb mit Ikea in Verbindung bringt. Andere Beispiele sind weniger überzeugend. „Mein Sohn spielt zu viel Computerspiele“ schlägt dem User einer Schere vor. Es ist nicht ganz klar, ob das Kind stattdessen zum Basteln animiert werden soll oder sich die Augen aussticht, wenn man ihm seine Konsole wegnimmt. Wie immer bei Ikea endet jede Landing-Page mit einer Reihe von verwandten Produkten, in diesem Fall mit dem Titel „Related Relationship Problems.“

Search-Strategie mit Augenzwinkern

Wie der Konzern verlauten lässt, ist die „Retail Therapy“ nicht allzu wörtlich zu nehmen. So schließt das Kampagnen-Video mit den Worten: „Ob bei einem schnarchenden Ehemann, einem dauerzockenden Sohn oder jedem anderem Beziehungsproblem, Ikea bietet die Lösung… oder zaubert zumindest ein Lächeln auf Ihr Gesicht, während Sie weiter googeln.“

An dieser Stelle Kompliment an unsere schwedischen Kollegen von der Agentur Åkestam Holst. Die Lösung für letzteres Dilemma, übrigens? Eine Magnetschreibtafel (Hoffentlich versteht er den Wink mit dem Zaunpfahl).

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